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Vom Wiedererwachen der Natur und warum man zu Ostern Eier sucht

von | Apr 10, 2019 | Blog | 0 Kommentare

 

Im Christentum ist das Osterfest das vielleicht wichtigste Fest im ganzen Jahr. Man feiert die Auferstehung des Herrn. Aber viele Traditionen in Deutschland zum Osterfest gehen auf vorchristliches Brauchtum zurück oder sind eine Mischung aus beidem. Für die Heiden, die eng verbunden mit der Natur lebten, war die Tag- und Nachtgleiche im Frühjahr ein wichtiges Ereignis. Die Tage wurden wieder länger, der Schnee schmolz und die ersten Pflanzen kamen ans Licht, die Sonne und damit das Leben „kehrten zurück“ – ein Fest der Freude, der Wiedergeburt der Natur. So feierten sie das Fest Ostara zu Ehren der Frühjahrsgöttin Eostera. Die christliche Kirche machte später daraus Ostern und übernahm zum Teil auch Traditionen und Bräuche. Die Auferstehung, der Sieg des Lebens über den Tod, sind auch im christlichen Glauben der Grundgedanke zum Osterfest.

Das Färben und Bemalen der Ostereier, die Suche nach den Ostereiern, die angeblich der Osterhase versteckt hat, der traditionelle Osterspaziergang, um zu sehen, ob schon die ersten Frühlingsblumen blühen – all das macht Ostern in Deutschland zu einem Fest der Lebensfreude. Und wer die kalten, grauen und viel zu langen Winter in Nordeuropa kennt, wird verstehen, mit wieviel Sehnsucht man da den Frühling erwartet…

Das Ei als Symbol für neues Leben und Fruchtbarkeit steht unbestritten im Mittelpunkt zum Osterfest. Es zu „schmücken“, das heißt zu färben oder zu bemalen, war vermutlich bereits in den vorchristlichen Kulturen üblich. Später bekam das Färben der Eier einen neuen Zweck, denn während der christlichen 40-tägigen Fastenzeit durfte man ja auch keine Eier essen. Also machte man sie durch Kochen haltbar und um sie später von den rohen Eiern unterscheiden zu können, gab man dem Kochwasser Pflanzenteile zum Färben bei.

Heutzutage färbt und bemalt man Ostereier mit viel Liebe und dekoriert damit Haus und Garten. Gerade mit Kindern ist es ein Riesenspaß, die Eier auszublasen und sie in kleine Kunstwerke zu verwandeln. Das Verschenken der Eier zu Ostern geht ebenfalls auf eine heidnische Tradition zurück und war von der Kirche im Zuge der Christianisierung unter Strafe gestellt worden. Um dieser Strafe zu entgehen, versteckte man die Eier eben und die Beschenkten mussten sie suchen. Daraus entstand im Laufe der Jahrhunderte die nicht nur bei Kindern so beliebte Ostereiersuche, die normalerweise am Ostersonntag stattfindet. Ist das Wetter gut, verbindet man die Suche nach den Ostereiern mit dem traditionellen Osterspaziergang am Ostersonntag. Ostereier oder die traditionellen Osterkörbchen mit Schokolade, Süßigkeiten und kleinen Geschenken versteckt man im Freien, im Wald, im Park oder auch im Garten. Bei schlechtem Wetter wird die Wohnung zum Schauplatz für das Ereignis. Und manches wird so gut versteckt, dass man es erst viel später oder auch nie wiederfindet 🙂

Eine ungeklärte Frage bis heute bleibt, warum es eigentlich der Hase ist, der die Ostereier versteckt? Es gibt wahrscheinlich keine eindeutige Erklärung dafür, denn bis zum 16. Jahrhundert wurden die Ostereier in Deutschland von verschiedenen Tieren gebracht. In einigen Regionen war es der Storch, der Kuckuck oder auch der Fuchs. Erste Belege für den Osterhasen gibt es aus dem Jahr 1678 von Georg Franck von Franckenau, einem Medizinprofessor aus Heidelberg. Naheliegend wäre vielleicht die Erklärung, dass der Hase wie auch das Ei Symbole für Leben und Fruchtbarkeit sind.

Ein in ganz Deutschland verbreiteter Brauch ist auch das Osterfeuer. Eher im ländlichen Raum anzufinden, wird es in der Nacht vom Ostersamstag zum Ostersonntag angezündet. Man bereitet dazu einen großen Haufen aus Holz und Zweigen vor und oft wird noch eine Strohpuppe, die den Winter symbolisiert, in die Mitte des Holzstoßes gestellt. Das Osterfeuer sollte den Winter und böse Geister vertreiben und die Menschen vor Unglück und Krankheit bewahren. Und man sagt, wer das Osterfeuer sieht, dem bringt es Glück.

Ina Kropeit