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Eine kleine Rumeierei

von | Apr 2, 2019 | Blog | 0 Kommentare

 

Auch wenn es noch zwei Wochen bis zum Osterfest sind, sieht man bereits überall bunt gefärbte und bemalte Ostereier. Als kunterbunte Farbtupfer zieren sie Fenster und Balkons, Bäume und Sträucher in Gärten und Vorgärten oder auch die Schaufenster der Geschäfte und öffentliche Räume jeder Art in Deutschland. So beliebt sind die Symbole für neues Leben und Fruchtbarkeit, dass man sie oft selbst eigenhändig und möglichst originell färbt, bemalt, betupft, behäkelt, beklebt… Der Fantasie (und dem Vergnügen) sind hier keine Grenzen gesetzt. Und weil sich zu Ostern eben alles ums Ei dreht, schauen wir heute mal, was sich in unserer Sprache an Redewendungen zum Thema finden lässt.

„Sie oder er kommt immer wie aus dem Ei gepellt“, sagt man zum Beispiel, wenn eine Person sehr viel Wert auf ihr Äußeres legt und immer sehr gepflegt, sauber und ordentlich erscheint. Hat man lange nach der Lösung für ein Problem gesucht und sie dann endlich gefunden, ist ein „Das ist das Ei des Kolumbus!“ naheliegend. „Das Gelbe vom Ei“ dagegen steht für das Beste vom Besten überhaupt. „Eier doch nicht so herum!“, müssen sich oft Leute anhören, die viel und sehr ausführlich über ein Thema sprechen oder Leute, die zwar viel reden, aber nie auf das Wesentliche zu sprechen kommen. Oder auch Leute, denen nicht so viel an der Wahrheit liegt und die deshalb eine Ausrede nach der anderen erfinden.

Menschen, die etwas zart besaitet oder sensibel sind, sollte man besser „wie ein rohes Ei behandeln.“ Und wenn man sich in einer heiklen Situation befindet und sehr vorsichtig agieren muss, fühlt man sich oft, als würde man „wie auf Eiern laufen“ oder „einen Eiertanz aufführen“. Ob berechtigt oder nicht, wenn wir einer anderen Person noch nicht die erforderliche Reife oder Fähigkeiten und Können für etwas zugestehen, liegt uns oft ein „Du hast ja noch Eierschalen hinter den Ohren!“ auf der Zunge.

Ein „Kuckucksei im Nest“ ist ein echtes Problem, da der Kuckuck bekanntlich seine Eier in fremde Nester legt und die daraus schlüpfenden Kuckuckskinder der eigentlichen Brut alles wegfressen. Dass „aus ungelegten Eiern keine Küken schlüpfen“, weiß jeder. Aber nur schlaue Leute wissen, dass man „niemals alle Eier in einen Korb legen sollte“. Oft genug bringt einen das Leben zum Stolpern und man würde dann alle Eier auf einmal verlieren. Was man „für einen Appel und ein Ei“ kaufen kann, ist oft nicht viel wert und dass sich zwei Personen „wie ein Ei dem anderen gleichen“, kommt zum Glück nur bei eineiigen Zwillingen vor.

Die nahezu geniale „eierlegende Wollmilchsau“ ist eine Wortschöpfung, die deutscher in Form und Inhalt gar nicht sein kann 🙂 Und dass „das Ei oft klüger als die Henne sein will“, sollte man einfach mit Gelassenheit nehmen. Es ist das Vorrecht der Jugend, Erfahrungen selbst zu machen und eigene Schlussfolgerungen daraus zu ziehen.

Und zum Abschluss dieser kleinen Rumeierei gibt es noch ein Zitat des großartigen Dichters und Zeichners Wilhelm Busch. Er schrieb: „Das weiß ein jeder, wer’s auch sei, gesund und stärkend ist das Ei.“ In diesem Sinne: Kunterbunte Ostereier für alle!

Ina Kropeit