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April, April…

von | Mrz 12, 2019 | Blog | 0 Kommentare

Der Tag, an dem man ungestraft das Blaue vom Himmel herunterlügen und die verrücktesten Behauptungen aufstellen darf, ist der 1. April. Zumindest in Deutschland. Vergleichbar mit diesem Tag ist in Spanien der 28. Dezember, Día de los Santos Inocentes, der Tag der unschuldigen Kinder, wobei man beachten muss, dass das Adjektiv “inocente” sowohl mit unschuldig wie auch mit naiv oder dumm übersetzt werden kann.

An beiden Tagen ist es im jeweiligen Land üblich, Familie, Freunde und Bekannte mit mehr oder weniger harmlosen Scherzen zu veräppeln. Und auch Zeitungen, Fernsehen und Internet überschlagen sich am jeweiligen Tag mit außergewöhnlichen, Aufsehen erregenden und reißerischen Storys, die letztendlich alle mehr oder weniger frei erfunden sind.

Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber ich ertappe mich beim Zeitunglesen schon hin und wieder, dass ich das Datum überprüfe, ob es sich nicht vielleicht um einen verfrühten oder verspäteten 1. April handeln könnte, so bizarr und unglaublich, wie manche Meldungen und Nachrichten heutzutage erscheinen. Was vor Jahren noch als Aprilscherz hätte durchgehen können, ist heute mehr oder weniger zu normaler Realität geworden. Flacherdler und Aluhüte, auf die Erde stürzender Weltraummüll, Hacker-Attacken wie aus einem Science-Fiction-Film und Datenklau, Fake News, Weltuntergangsszenarien und Verschwörungstheorien aller Art, jeder lügt so gut er kann, künstliche Intelligenz und lernfähige Software, eine Menschheit, die sich selbst das Wasser abgräbt…

In Zeiten, in denen Fantasie und Vorstellungskraft konstant vom realen Geschehen rechts überholt werden, bleibt nicht mehr viel Raum, etwas Ausgefallenes, noch nie da Gewesenes und Unvorstellbares zu erfinden, um das Publikum in den April zu schicken. Es ist zwar noch ein wenig Zeit bis zum 1. April in diesem Jahr, aber wie wäre es daher mit einer Verfassungsänderung in allen Staaten auf der ganzen Welt? Ab heute lautet der erste Artikel jeder Verfassung weltweit: „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut.“ Das glaubt kein Mensch, aber träumen darf man ja noch.

 

Ina Kropeit